Christa Maar: In München beigesetzt: Abschied von einer mutigen Lebensretterin

Christa Maar, Gründerin und Geschäftsführerin der Felix Burda Stiftung, ist am 4. November im Alter von 83 Jahren in München gestorben. Ihr Name steht für die erfolgreichste Kampagne zur Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs in Deutschland. Familie, Freunde und Wegbegleiter nahmen am Freitag mit einer bewegenden Trauerfeier Abschied.

Am vergangenen Freitag im idyllischen St. Georg in Bogenhausen versammelten sich hundert enge Freunde und Weggefährten, um gemeinsam mit Hubert Burda, Maria Furtwängler und Jacob Burda von Christa Maar Abschied zu nehmen. Eine Woche zuvor, ein Jahr nach dem 20-jährigen Jubiläum der Felix Burda Stiftung, starb ihr Gründer und Vorstandsmitglied am 4. November im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit.

Als die Glocken läuteten, betraten die Trauergäste die kleine, lichtdurchflutete Barockkirche. Stephan Sattler, langjähriger Weggefährte von Christa Maar und Vorstandsmitglied der Hubert Burda Stiftung, begrüßte die Anwesenden vor einem mit roten Rosen geschmückten Holzsarg. Daneben ihr Lieblingsporträt und zwei große Kränze, einer von der Familie Burda mit roten Rosen und einer von Kollegen der Felix Burda Stiftung mit weißen und rosa Rosen.

Christa Maar ist neben ihrem Sohn Felix Burd begraben

In seiner Rede begrüßte Stephan Sattler die Anwesenden stellvertretend für Hubert Burda, der von 1967 bis 1972 mit einer Kunsthistorikerin verheiratet war. Und er erklärte, dass es der letzte Wunsch von Christa Maar sei, dass sie hier neben ihrem Sohn beerdigt werden wolle. Felix starb 2001 an Darmkrebs. Die Ruhestätte beherbergte viele prominente Persönlichkeiten und Künstler wie Erich Kästner, Bernd Eichinger und Helmut Dietl und war heute nicht nur ein Ort, an dem Worte, sondern auch tröstende Musik geschätzt wurden. Auf Wunsch der Familie Burd wurde am Vortag ein Klavier zur Beerdigung in die Kirche gebracht. Nach der Rede spielten die Pianistin Anna Gebhardt und der Bariton Jonas Müller, zwei junge Musiker der Bayerischen Staatsoper, Schuberts Lied „Im Abendrot“ und später Schumanns Lied „Mondnacht“.

Ein würdiger Abschied von einem desinteressierten und starken Kämpfer

Im ersten Vortrag sprach Prof. Josef Hecken, der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), den Christa Maar vor 21 Jahren für ihre Mission gewinnen konnte, würdigte ihre lebenslange Arbeit als Pionierin in der Behandlung von Darmkrebsvorsorge und -früherkennung . „Ihre Gesamtpersönlichkeit, geprägt von charmanter Weltoffenheit, Klugheit und Durchsetzungsvermögen, aber auch strategischem Geschick, Überzeugungskraft und, wenn nötig, unerbittlicher Konfliktbereitschaft, hat es ihr ermöglicht, die Stiftung so erfolgreich zu führen. Und die Kunsthistorikerin verstand es, die Medien und profilierte Botschafter für seine gerechte Sache strategisch einzusetzen: „Die erste Bedingung für diesen großen Erfolg war, dass sie sich mit großem Einfühlungsvermögen mutig und offensiv mit dem Thema Darmkrebs und Darmkrebsprävention auseinandergesetzt hat den Charme der bisherigen „Zonen“ enttabuisiert und damit „salonfähig“ gemacht. Darmspiegelung, Einladungsverfahren, bessere Okkultbluttests: Das sind Meilensteine, die Christa Maar und die Stiftung maßgeblich geprägt und veranlasst haben dazu.” Und er versprach, ihr Vermächtnis weiterzuführen: „Es wird nicht einfach, denn sie war Herz, Gehirn und wenn nötig Motor, unermüdlicher Treiber, um die Darmkrebsprävention und damit das Ziel der Stiftung voranzubringen. Und trotz aller Fortschritte ist die To-do-Liste noch lang.

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In einer zweiten Rede lobte der Autor und Kritiker Michael Krüger, seit 1968 enger Freund der Burda-Familie, Christa Maar als entschlossene „Bären-Persönlichkeits“-Kämpferin: „Wenn man jemandem zutraut, „stark“ zu sein, dann ist das Christa.Don Nicht zu vergessen, dass sie sich viele schwere Lebens- und Liebesschläge in ihrem Leben stellen musste. Trotzdem hielt sie an ihrem Motto fest: „Nicht lange jammern, weitermachen!“ Felix starb 2001, verheiratet, Vater von zwei Kindern würde verstehen, wenn Christa in Lebensqualen versinkt, aber auch jetzt, im schlimmsten Moment ihres Lebens, mit 62, zieht sie sich mit Huberts Hilfe aus dem lebenszerstörenden Sumpf, mit Bravour, Klugheit und Ausdauer, und mit Tatkraft Hilfe ihrer Mitarbeiter und Freunde, ihr letztes großes Projekt in ihrem Leben: die Colon Cancer Foundation.Der größte und bis heute anhaltende Erfolg ihres Lebens war, dass sie die Kraft hatte, den größten Schmerz ihres Lebens in ein Projekt zu verwandeln wurde von der Wurzel gebracht. lebt für die ganze Gesellschaft. Sie, die ihr Kind verlor, (…) wurde eine berühmte Rettungsschwimmerin. Es ist dieses (…) Bild, das wir immer meinen sollten, wenn wir darüber nachdenken.“

An der Trauerfeier nahmen neben dem ehemaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in München und Oberbayern Charlotte Knobloch, der Schauspielerin und Botschafterin der Felix Burda Stiftung Erol Sander, auch Prof. DR. Michal Hallek und Dr. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Mitglied des Aufsichtsrats der Stiftung. Und natürlich viele Kameraden von Burda. Darunter waren: Vorstand Unternehmensrechnungswesen und Vorstand der Felix Burd Stiftung Heinz Spengler, Vorstandsvorsitzender Paul-Bernhard Kallen, Vorstandsmitglied Andreas Rittstieg, Vorstandsmitglied Holger Eckstein, Vorstandsmitglied Katharina Herrmann und Vorstandsmitglied Philipp Welte. abgesehen davon Mehrfarbig e Chefredakteur Robert Pölzer, BurdaVerlag CPO Kay Labinsky, Leiter der Burda Journalistenschule Nikolaus von der Decken, DLD -Gründerin Steffi Czerny, ex- Bunt -Leiterin und Generaldirektorin der Tribute Foundation ist Bambi Patrica Riekel und Ex- Fokus – Chefredakteur Helmut Markwort. Menschen, die Christa Maar seit Jahren kennen und schätzen.

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Nach der Trauerfeier trafen sich die Trauernden in Privaträumen in der Schwabinger Schackstraße, wo Hubert Burda in einer sehr persönlichen Rede Christa Maar gedachte und sich an ihr letztes Treffen und die Zeit zu Hause mit Felix erinnerte. Mit tiefstem Respekt würdigte er ihre Person und ihr Lebenswerk: „Trotz unserer Scheidung ist Christa Maar ihr Leben lang eine gute Vertraute geblieben. Und im Kampf um Prävention war sie ein Vorbild an Entschlossenheit und Umsetzung, die Felix Burda Stiftung war ihr Lebenswerk, sie überwand den Schmerz nach Felix’ Tod, indem sie sich für andere einsetzte. Und Christa würde sich über die Anerkennung freuen, die sie heute bekommt.“

Prominente Trauernde und anerkennende Worte

Carsten Frederic Buchert, Vorstand Marketing und Kommunikation der Felix Burda Stiftung: „Als ich 2007 anfing zu arbeiten, ging sie Hand in Hand mit mir über den Rosenkavalierplatz in München und sagte: „Wir sind jetzt das neue Dreamteam der Felix Burda Stiftung. ” . Und das war es: ein Traum, mit ihr zu arbeiten. Königin der Prophylaxe, Pionierin der Darmkrebsprävention, die energischste und praktischste, charmanteste und trotz ihres persönlichen Schicksals immer die positivste, geliebteste, wunderbarste Frau. Mit ihr, als Team, als Kommunikatorin, als Lobbyistin für den guten Zweck, konnten wir einfach „machen“, ausprobieren, entwickeln, produzieren, veröffentlichen, drehen, drehen, schnell sein, auch mal scheitern und vor allem: Erfolge feiern. “

Ursula Hollmann, Assistentin von Dr. Christa Maar: „Wir haben uns gut verstanden, was ich bei einem damals sehr merkwürdigen Vorstellungsgespräch und einer überraschenden Zusage nicht erwartet hätte. Sie schätzte meinen Briefstil, also hatte ich ein großes Plus bei ihr. Das gefiel mir ausgesprochen gut. Vor ein paar Jahren hatte ich jahrelang dunkle Haare, die meiner Chefin überhaupt nicht gefielen. Als sie einmal hereinkam, sagte sie: „Hier ist sie – die Dunkle!“

Stephan Sattler, Chefredakteur und Vorstandsmitglied der Hubert Burda Stiftung: „Von 1988 bis 1992 habe ich mit unserer Christa an der Kulturzeitschrift Pan gearbeitet. Es war die beste Zeit meines Lebens als Journalist. Es ging immer um Schönheit und wir brauchten keine großen Worte, um uns zu verstehen. Ein Blick genügte. Es war ein sehr harmonisches Zusammenspiel.“

Georg Zoche, bester Freund von Felix Burda: „Das Schlimmste für Christa war, ihr eigenes Kind zu beerdigen. Sie hatte es mir neulich leise gesagt. Schmerzen hat sie nie gezeigt. an seinem Geburtstag und lud seine besten Freunde dazu ein. Auch als wir erst 15 waren, ist sie uns immer auf Augenhöhe begegnet, hat interessante Fragen gestellt und uns ernst genommen. an sich herzlich.“

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Steffi Czerny, Gründerin von DLD: „Christa Maar war für mich eine wichtige Freundin und Lehrmeisterin, wenn es um Disziplin, Konzentration und frisches Denken geht. Ohne ihre „Akademie des dritten Jahrtausends“ wäre der Erfolg der DLD-Konferenz nicht möglich gewesen.“ – eine Plattform für Themen rund um die Digitalisierung – das war nie möglich An unsere „Studienreisen“ nach Israel und Amerika erinnere ich mich gerne zurück. Dort habe ich gelernt, interdisziplinär zu denken und unerwartete Begegnungen zu schätzen. Und ihr Engagement in den Angelegenheiten von Feliks Burda war vorbildlich.“

Bernhard Klein, Mitarbeiter Hubert Burda: „Ich kenne Christa Maar seit 2014 und habe mit ihr die Website der Stiftung gestaltet. Sie war so eine kraftvolle und energische, aber auch eine sehr liebevolle und sensible Frau. Du mochtest Sebastiano.

Dr. Berndt Birkner, Vizepräsident des Colon Cancer Network eV, Kurator der Felix Burda Stiftung: „Im Jahr 2001 gründete der damalige Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (heute G-BA). Ich war in dieser Angelegenheit beratend tätig. Eine vertraulich anwesende Teilnehmerin teilte mir mit, dass nur auf Druck der „Dame des Südens“ die Darmspiegelung als gesetzliche Vorsorgeleistung für Darmkrebs eingeführt wurde.“

Prof.. Heidrun Thaiss, Kinderärztin, Honorarprofessorin an der Technischen Universität München und ehemalige Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Vor genau einem Jahr haben wir das Gründungsjubiläum gefeiert und ich konnte den ganzen Nachmittag mit planen Christa Maar in Bogenhausen und Entwicklung präventiver Zukunftsstrategien. Dies und vieles mehr bleibt! Sie hat uns einen Auftrag gegeben – wir führen ihn aus!“

Jens Spahn: Tod von Dr. Christa Maar macht mich sehr traurig. Ich genieße seit vielen Jahren jedes Treffen mit ihr. Was mich immer beeindruckt hat, ist ihr Charme, ihre Offenheit und ihr großes wissenschaftliches Wissen. Sie war eine Pionierin im Kampf gegen Darmkrebs. Sie hat es gemeistert, in der Gesundheitspolitik dicke Bretter zu bohren. Mit ihrem Einfühlungsvermögen, aber auch mit ihrer gewohnt kompromisslosen Haltung und ihrem Appell an Vorsorgemaßnahmen rettete sie Hunderttausende Darmkrebspatienten – und damit viele Menschen vor dem sicheren Tod. Was für eine Leistung fürs Leben! Übrigens hat Christa Maar auch ein bisschen Glück für mich gespielt: „Meinen jetzigen Mann habe ich vor zehn Jahren beim Felix Burda Award kennengelernt. Ich verneige mich vor ihrem Lebenswerk.

Hinweis: BUNTE.de gehört wie die Felix Burda Stiftung zu Hubert Burda Media

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