Corona-Infektionen: Vier Bundesländer kippen Isolationspflicht

Stand: 11.11.2022 20:44 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen geht zurück und die Grundimmunität der Bevölkerung liegt bei 90 Prozent – ​​auf dieser Grundlage heben nun vier Bundesländer die Quarantänepflicht auf. Es gibt jedoch Empfehlungen für alle, die krank sind.

Vier Bundesländer haben sich darauf geeinigt, die Quarantänepflicht für vom Coronavirus Betroffene zum 16. November aufzuheben. Das teilten die Gesundheitsministerien von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, Stuttgart, mit.

In diesen Ländern sollen die neuen Regelungen „bald“ in Kraft treten, Details werden derzeit ausgearbeitet. Daher sollte die generelle Verpflichtung zur Isolierung positiv Getesteter gestrichen werden. „An ihrer Stelle werden die Bundesländer adaptive, verbindliche Schutzmaßnahmen wie eine eingeschränkte Maskenpflicht und Notfallempfehlungen für positiv Getestete einführen“, heißt es in der Stuttgarter Mitteilung.

Wieder mehr Verantwortung

„Wir läuten eine neue Phase im Umgang mit der Epidemie ein“, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). “Es ist an der Zeit, den Menschen die Eigenverantwortung zurückzugeben.”

Die Bundesländer berufen sich nach Angaben aus Stuttgart „unter anderem auf die Erfahrungen von Nachbarländern wie Österreich, die ab Sommer 2022 Sicherheitsmaßnahmen zur Ablösung der Quarantäne haben“. Aus diesen Ländern sind keine negativen Befunde bekannt.

Vereinbarung über Empfehlungen

„Rückläufige Epidemiezahlen, wirksame Impfstoffe, Grundimmunität bei über 90 Prozent der Bevölkerung, allgemein weniger schwere Krankheitsverläufe und wirksame antivirale Medikamente rechtfertigen aus Sicht der Länder ein sofortiges Handeln.“

Dem Kommuniqué zufolge haben die Länder gemeinsame Empfehlungen als Grundlage für ihre neuen Regelungen verabschiedet. Diese schreiben beispielsweise vor, dass positiv Getestete außerhalb der eigenen Wohnung eine Maske tragen müssen – außer im Freien, wo ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden kann. Daher ist geplant, dass positiv getestete medizinische und pflegerische Einrichtungen nicht als Besucher eingelassen werden dürfen.

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Rezension von Patientenfürsprechern

Unionsgesundheitsminister Karl Lauterbach kritisierte die Ankündigung der vier Bundesländer. Er hält es für falsch. Deutschlandweit würde dies zu einem Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen führen. Laut dem SPD-Politiker gibt es keinen medizinischen Grund, auf die Isolationspflicht zu verzichten.

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz sprach sich gegen eine Abschaffung aus. Laut CEO Eugen Brysch verhindert die Quarantänepflicht, dass sich das Virus ungehindert ausbreitet. Es verhindert Leid und Tod. Es wäre verwirrend, wenn in diesem zentralen Punkt in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen zur Anwendung kommen würden.

RKI: Ergebnis der Selbstisolation nach negativem Test

Die vier Bundesländer, die nun gemeinsam die Quarantänepflicht erklärt haben, forderten Lauterbach Ende September in einem gemeinsamen Schreiben auf, dafür zu sorgen, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) seine Quarantäne-Empfehlungen für mit dem Coronavirus Infizierte ändert. Lauterbach wies das damals sofort zurück.

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Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hatte bereits angedeutet, dass die Länder die RKI-Empfehlung außer Kraft setzen könnten.

Das RKI empfiehlt den zentralen Ländern, fünf Tage Quarantäne für Infizierte anzuordnen. Es wird dringend empfohlen, die Selbstisolation nicht zu beenden, bis ein (Selbst-)Test negativ ist. Es wurde berichtet, dass Gesundheits- und Pflegepersonal 48 Stunden vor dem Test asymptomatisch war.

Lauterbach hält an der Pflicht zur Isolierung von mit dem Coronavirus infizierten Personen fest

Birthe Sönnichsen, ARD Berlin, 11.11.2022 12:34 Uhr

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