Cybererpressungen nehmen zu – Wirtschaft

Persönliche Daten aller 3,9 Millionen Kunden, darunter Informationen aus Krankenakten – ein Cyber-Angriff auf den australischen Krankenversicherer Medibank wird das Unternehmen zerstören. Mindestens 25 Millionen Australische Dollar (16 Millionen Euro) rechnet der größte Krankenversicherer des Landes beispielsweise für die Betreuung seiner Kunden. Davon ausgenommen sind Schadensersatzansprüche und Rechtsstreitigkeiten. Der Versicherungsvertreter musste aus seiner Sicht im nächsten Jahr zurücktreten.

Versteckte Privilegien: Der Angriff war kein Ransomware-Angriff, bei dem Cyberkriminelle Daten oder Systeme verstecken, so das Unternehmen. Der normale Geschäftsbetrieb kann fortgesetzt werden. Die Kosten muss der Versicherer nach wie vor selbst tragen, heißt es in der Erklärung, dass er keine Cyber-Versicherung abgeschlossen habe.

Kriminelle fordern Lösegeld für verschlüsselte Daten

Cyberkriminelle greifen Unternehmen zunehmend mit Ransomware an. Mit Hilfe von sogenannter Ransomware schreiben sie Daten auf fremde Rechner und verlangen Lösegeld, um die Daten abzurufen. Laut dem neuesten Bericht von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) gab es im vergangenen Jahr 623 Millionen Schadensfälle – doppelt so viele wie im Jahr 2020.

Angriffe auf ihre Systeme schaden Unternehmen wie nie zuvor. „Die Kosten von Ransomware-Angriffen sind gestiegen, da Cyberkriminelle große Unternehmen, kritische Infrastrukturen und Lieferketten ins Visier nehmen“, sagte Scott Sayce, Global Head of Cyber ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​ ​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Kompetenz. Laut AGCS machten Schäden aus Ransomware-Angriffen mehr als die Hälfte aller Cyber-Versicherungsschäden aus, die AGCS in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit anderen Unternehmen versicherte.

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Im vergangenen Jahr haben Unternehmen, die eine Cyber-Police mit AGCS erstellt haben, mehr Informationen über Cyber-Versicherungen gemeldet. 2020 waren es 1114 Fälle, 2019 849. Dem Bericht zufolge haben sich die Beschwerdeaktivitäten in diesem Jahr stabilisiert. Bemerkenswert sind die Veränderungen innerhalb eines Jahres in Sachen Cyber: 2021 registrierte die AGCS fast 60 Prozent der Schäden im vierten Quartal.

Hacker verstecken nicht nur Daten. Sie wenden jetzt Methoden an, die den Schaden für die betroffenen Unternehmen verdoppeln oder verdreifachen. Wenn sie angegriffen werden, stehlen sie vertrauliche Informationen, die ein riesiges Lösegeld verlangen. Wenn die Angreifer Informationen über Unternehmen oder Kunden stehlen, üben sie laut Cyber-Bericht auch Druck auf diese aus.

Investoren recherchieren im Vorfeld die Finanzen des Unternehmens

Die Zahl der wiederholten Lösegelddrohungen hat sich 2021 versechsfacht. Im ersten Halbjahr stieg der Schaden auf 590 Millionen Dollar (594 Millionen Euro). Marek Stanislawski, Global Cyber ​​​​​​Underwriting Lead bei AGCS, sagte: „Lösegeldforderungen haben zugenommen. Organisationen investieren, um festzustellen, wie viel es „wert“ ist. Deshalb prüfen sie zuerst die Finanzen des Unternehmens, bevor sie Ansprüche geltend machen.

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Darüber hinaus geraten dem Bericht zufolge kleine und mittelständische Unternehmen ins Visier von Betrügern. Während große Unternehmen ihre Cybersicherheit stärken, geht kleineren das Geld aus.

Viele Unternehmen betrachten Cybervorfälle als eines der größten Geschäftsrisiken. Sorgen bereiten den Versicherern auch Branchen, in denen Unternehmen tiefrote Zeiten verzeichnen. Nach Angaben des Versicherungsunternehmens GDV lag das Schaden-Ertrags-Verhältnis im vergangenen Jahr unter 124 Prozent. Das bedeutet, dass die Versicherer für jeden Euro an eingezogenen Zahlungen 1,24 Euro für Schäden und Kosten aufwenden müssen.

Nicht jedes Unternehmen, das eine Versicherung kaufen möchte, bekommt es

Infolgedessen haben die Versicherer die Tarife deutlich angehoben. Auch bei AGCS sind sie um rund 40 Prozent gestiegen. Einen Markteinbruch sieht der aktuelle Anbieter nicht. Darüber hinaus überwachen Versicherer die Cybersicherheit eines Unternehmens genau, bevor sie einen Vertrag unterzeichnen. Nicht jedes Unternehmen, das einen Plan kaufen möchte, bekommt ihn. Viele Unternehmen gelten mittlerweile als unseriös. Etwa drei Viertel aller Anfragen in Deutschland lehnt der Allianz-Agent ab.

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Der Versicherungsagent fand einige Vorfälle in dem Bericht. Beim sogenannten Business Email Compromise (BEC) verwenden Hacker Phishing-E-Mails oder Human Engineering, um Daten zu stehlen oder sie illegal zu übertragen. Kriminelle nutzen bei ihren Angriffen zunehmend künstliche Intelligenz. Sie verwenden gefälschte Videos und gefälschte Bänder, die sich als Manager ausgeben, um Mitarbeiter dazu zu bringen, Geld auf ihre Konten zu überweisen.

Auch die Cybersicherheitsbranche leidet unter Fachkräftemangel. Dem Bericht zufolge gibt es weltweit rund 3,5 Millionen Arbeitsplätze im Bereich Unternehmenssicherheit. Cyberangriffe enden nicht immer so wie beim australischen Versicherer Medibank. Der Schweizer Versicherer Baloise wurde im April dieses Jahres von einem Hackerangriff schwer getroffen. Einige der betroffenen IT-Systeme mussten isoliert werden, was jedoch nur zu kurzfristigen Vertriebsausfällen führte.

Der Cyber-Vorfall ist jedoch bis heute aktiv: Die Informationen des Unternehmens werden immer noch im Dark Web geteilt. „Das sind etwa ein Dutzend Kopien der Pässe der Arbeiter, die an der Dienstreise teilgenommen haben“, sagte der Sprecher. Die betroffenen Mitarbeiter und die Datenschutzbehörden wurden unverzüglich informiert.

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