Fracking in Niedersachsen: Ampel-Streit über Lindners Vorstoß | NDR.de – Nachrichten

Stand: 31.10.2022 10:08 Uhr

SPD und Grüne lehnen die erneute Forderung von Bundesfinanzminister Lindner (FDP) nach Fracking ab. Abgesehen von den Ampelpolitikern sperrt sich Landeschef Weil (SPD) – denn Niedersachsen wird besonders gefährdet sein.

Das Bundesumweltministerium unter Leitung von Steffi Lemke (Grüne) erklärte: „Fracking-Gas ist klimaschädlich und seine Förderung umweltschädlich. Deshalb ist die Förderung in Deutschland aus gutem Grund verboten.“ Das Redaktionsnetzwerk Deutschland ist klar. Angesichts der aktuellen Energiekrise hat sich der FDP-Politiker Christian Lindner wiederholt für einen raschen Einstieg in die heimische Schiefergasförderung durch umstrittenes Fracking ausgesprochen.

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Stephen Weil, SPD (links) und Markus Soder, CSU (rechts) in der Fotomontage.  © Image Alliance/dpa |  Ole Spada / Matthias Falk Foto: Ole Spada / Matthias Falk

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Scholes, Habeck und Weil sind gegen Fracking

Vor Lemke hatten bereits Bundeskanzler Olaf Scholes (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) das Angebot des Bundesfinanzministers abgelehnt. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) hat mehrfach deutlich gemacht. Unter anderem wies Weil in einer Debatte mit Bayerns Bundeskanzler Markus Söder (CSU) Anfang August darauf hin, dass Fracking in Deutschland nicht zur Überwindung der Energiekrise beitragen werde, da die Umsetzung solcher Projekte drei bis fünf Jahre dauere. Der beste.

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Wegen “Wachstum der Welt”: Lindner will sein eigenes Gas verwenden

Dass diese Methode kurzfristig nicht funktionieren wird, ist Lindner klar: Er gehe davon aus, dass Deutschland in einigen Jahren den relativ großen Bedarf aus heimischen Gasquellen decken könne, sagte er der Funke Mediengruppe. “Es ist gut, das zu tun, wenn man sieht, wie die Welt wächst.” Aus ideologischen Gründen auf das Rösten zu verzichten, sei unverantwortlich, so der FDP-Chef. „Wir haben in Deutschland erhebliche Gasvorkommen, die ohne Gefährdung des Trinkwassers gefördert werden können.“ Die Förderung ist unter Umweltbedingungen verantwortungsvoll.

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Der Environment Trust mahnt zur Abkehr von fossilen Brennstoffen

Umweltschützer kritisierten erneut die Nutzung fossiler Energien. Bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises forderte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück dazu auf, den Planeten trotz Krieg und anderer Krisen in der Ukraine weiter zu schützen. „Wir müssen uns sicher sein, Klima, Umwelt und Arten zu schützen und weg von fossilen Brennstoffen. Wir müssen weg von der Abhängigkeit von Öl, Gas, Kohle und Uran – und von Energieimporten aus Autokratien“, sagte er. DBU-Kuratoriumsvorsitzender Kai Niebert und DBU-Generalsekretär Alexander Pandey. Erdgas gehört zu den fossilen Energieträgern, die erneuerbaren Energien wie Wind- und Wasserkraft entgegenstehen.

Die meisten Erdgasreserven liegen unterhalb von Niedersachsen

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten injiziert. Das dort gespeicherte Gas gelangt dann durch Risse im Gestein an die Oberfläche. Kritiker befürchten, dass die eingesetzten Chemikalien ins Grundwasser gelangen und dieses dauerhaft verschmutzen. Die meisten deutschen Erdgasreserven befinden sich in Niedersachsen, obwohl hier seit 2011 kein Fracking mehr betrieben wird.

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Hunderte von Fracking-Operationen zwischen 1961 und 2011

Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie wurden zwischen 1961 und 2011 350 Einsätze zur Erdgasförderung verzeichnet – zuletzt Ende Juli 2011 an der Bohrung Buchhorst T12 bei Sullingen (Kreis Dibols). In den anderen 15 Bundesländern waren es insgesamt nur zwei Dutzend Maßnahmen.

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Am Standort Wintershall Tee befinden sich Tiefbohrungen zur Ölförderung.  © Image Alliance/dpa Foto: Mohsen Asanimoghatham

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Dieses Thema im Projekt:

NTR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.10.2022 | 23:00 Uhr

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