In diesen Kirchseeoner Klassen lernt die ganze Welt

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Von: Robert Langer

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Julia Perova sitzt am E-Piano und spielt für Kinder aus aller Welt bei einer Weihnachtsfeier in Kirchseeon.  Sie stammt aus der Ukraine und ist im April geflohen.  Eigentlich liebt sie den russischen Komponisten Tschaikowsky.  Aber es kann seine Werke gerade nicht spielen.  Da ist ein
Julia Perova sitzt am E-Piano und spielt für Kinder aus aller Welt bei einer Weihnachtsfeier in Kirchseeon. Sie stammt aus der Ukraine und ist im April geflohen. Eigentlich liebt sie den russischen Komponisten Tschaikowsky. Aber es kann seine Werke gerade nicht spielen. Es gibt die „Musik“ des Krieges. © Stefan Roßmann

In der Grundschule in Kirchseeon sitzen Kinder aus aller Welt in Sonderklassen. Ihr Hauptziel: schnell Deutsch lernen. Besuch der Weihnachtsfeier.

Kirchseeon – “Wer kennt dieses Lied?” fragt Yulia Perova und schlägt auf die Klaviertasten. Gleich nach den ersten Tönen gehen die Kinderhände an der Schule in Kirchseeon hoch. „Jingle Bells“ ist ein weltberühmtes Weihnachtslied. Reinigen. Mädchen und Jungen wissen das.

Es ist eine besondere Gruppe und eine besondere Weihnachtsfeier. Etwa 50 Studierende, nicht alle, kommen aus der ganzen Welt, aus Argentinien und Bulgarien, aus Irland und Eritrea, aus dem Irak und dem Iran, aus Rumänien und Somalia. Sie leben in verschiedenen Stadtteilen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, lernen aber gemeinsam Deutsch in der Schule, in speziellen Klassen in Kirchseeon, von der ersten bis zur vierten Klasse. Sie haben ein intensives Programm, meist eine Ganztagsschule mit Zusatzangebot. Aber nach einem Jahr kann ich in der Regel in die Regelklasse wechseln. „Sprache steht im Fokus“, sagt einer der Betreuer.

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Das Projekt wurde aus dem europäischen Programm finanziert

„Das Projekt läuft seit zehn Jahren“, erklärt Direktor Franz Kraxenberger. Es wird aus dem europäischen Programm finanziert. Die ursprüngliche Idee entstamme der Grenzöffnung in Europa und der Reisefreiheit, sagt Kraxenberger. Inzwischen hat sich die Zahl der Herkunftsländer stark erhöht und umfasst längst die ganze Welt.

Die Kinder lernten in Rekordgeschwindigkeit, ist der Regisseur zufrieden. Es gibt Zusatzangebote und alle Verantwortlichen sind sehr engagiert.

Julia Perova sitzt entspannt am Klavier, zufrieden mit ihrer Leistung, steht auf, erklärt die Kompositionen in schlechtem Deutsch und mit Gesten. Sie lernt die Sprache erst seit ein paar Monaten. Perova kommt aus der Ukraine, aus Charkiw. Im April floh sie mit ihren beiden Söhnen. Der ultimative Auslöser war, dass das Nachbarhaus durch eine Bombe zerstört wurde. Sie konnte das Land verlassen, ihr Mann nicht. Perova hat Musik studiert und sucht einen Job als Lehrerin in Deutschland. Sie ist im Kreis Ebersberg, weil eine Freundin seit 20 Jahren hier lebt. Ihr Sohn Sviatoslov (8) besucht einen der Deutschkurse in der Schule.

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Die Kinder in der Kantine sind begeistert. Das Konzert ist für sie etwas Besonderes. Auf dem Tisch davor liegen kleine Geschenke. Als die Musik beginnt, verstummen sie plötzlich und lauschen angestrengt. Perova spielt klassische Musik, ein Präludium von Bach, „Für Elise“ von Beethoven, ein Wiegenlied von Brahms, aber auch „Hallelujah“ von Cohen und „Sloop John B“, unter anderem berühmt in der Beach-Boys-Version. Einige der zuhörenden Kinder stammen aus Flüchtlingsfamilien. Bei den anderen Kindern sind die Eltern zum Arbeiten nach Deutschland gezogen. Zum Beispiel aus Indien, weil es im IT-Bereich ein gutes Angebot gab. Konflikte zwischen Kindern sind kaum wahrnehmbar. „Sie spielen zusammen Fußball“, sagt Linda Hösle, eine der Betreuerinnen. Sie sind gemeinsam am Ball, darunter auch Kinder aus der Ukraine und Russland.

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Perova ist ein wenig anders. Eigentlich mag sie die Werke des russischen Komponisten Pjotr ​​Tschaikowski. Aber jetzt spielt er es nicht mehr, er kann es nicht mehr spielen. “Es ist die Musik des Krieges”, sagt sie. Aber vielleicht ändert sich das wieder. Zuvor trug sie in der Kantine ein traditionelles Lied des ukrainischen Komponisten Mykola Leontowych vor. Ukrainische Kinder hoben begeistert ihre Hände. Die anderen genossen die Melodie. Musik bewege sich ohne Worte und über alle Grenzen hinweg, sind sich Perova und die Betreuer einig.

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