Jahressteuergesetz beschlossen: Was sich bei den Steuern ändert


Überblick

Stand: 02.12.2022 15:21 Uhr

Der Bundestag hat das Jahressteuergesetz verabschiedet. Unter anderem sollen ertragsstarke Energieunternehmen nun einer höheren Gewinnsteuer unterliegen, während Mitarbeiter entlassen werden.

Der Bundestag hat das Jahressteuergesetz 2022 beschlossen. Das heißt, einige Steueränderungen kommen auf die Steuerzahler zu – Entlastung und Erhöhung. Steuervorteile ergeben sich zum Beispiel aus Hausbau, Solaranlagen und Arbeitnehmern. Einige Energieunternehmen werden zukünftig stärker besteuert, da erstmalig höhere Gewinne besteuert werden. Immobilienübertragungen können teurer werden.

Insgesamt dürften die staatlichen Steuerausfälle – auf Jahresbasis – rund 4,5 Milliarden Euro betragen. Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick.

Höhere Gewinnsteuer

Unternehmen der Öl-, Gas-, Kohle- und Raffinerieindustrie müssen begrenzte Energiekrisenbeiträge für die Geschäftsjahre 2022 und 2023 leisten. Es setzt eine EU-Vorgabe um. Gewinne, die 20 Prozent über dem Durchschnittsgewinn der Vorjahre liegen, werden mit 33 Prozent besteuert. Mit den auf ein bis drei Milliarden Euro geschätzten Erlösen soll die Strompreisbremse für Verbraucher finanziert werden.

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Entlastung der Mitarbeiter und Kapitalgewinne

Ab 2023 werden die Flatrate für das Steuerkonto für das Homeoffice und die Homeoffice-Flatrate zu einer Tagespauschale von sechs Euro (bisher fünf) zusammengelegt. Dieser kann für 210 Tage in Anspruch genommen werden. Die Werbungskostenpauschale wird auf 1230 Euro statt der geplanten 1200 Euro erhöht. Der Freibetrag für Alleinerziehende steigt von 4008 Euro auf 4260 Euro. Der Sparfreibetrag für Zinsen und Veräußerungsgewinne wird von 801 Euro auf 1.000 Euro erhöht.

Solarenergie

Einkünfte aus kleinen Solarstromanlagen sind rückwirkend ab Anfang 2022 steuerfrei. Ab 2023 entfallen beim Kauf und der Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kW Leistung und Stromspeichern die 19 Prozent Umsatzsteuer. Ziel ist es, den Solarzugang in Privathaushalten zu verbessern.

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Gehäuse

Im Mietwohnungsbau wird es weiterhin Sonderabschreibungen geben, die aber an klimafreundliches Bauen gekoppelt werden. Eine Steuerbefreiung von fünf Prozent der Herstellungskosten kann für vier Jahre erreicht werden, wenn der höchste Standard des Energieeffizienzhauses 40 eingehalten wird und die Baukosten 4800 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. Zudem wird die lineare Abschreibung für Wohngebäude ab 2023 von zwei auf drei Prozent erhöht.

Rentenregelung

Ab 2023 gilt der volle Sonderausgabenabzug für Senioren. Bisher sind 96 Prozent für 2023 und 98 Prozent für 2024 geplant. Damit soll eine Doppelbesteuerung vermieden werden.

Besteuerung von Energierückvergütungen

Für Privatpersonen mit hohem Einkommen wird im Dezember ein Teil der Entlastungen aus der Soforthilfe und der Gas- und Wärmepreisbremse wieder erhoben. Dies betrifft nur Steuerzahler, die den Einheitszuschlag zahlen. Für sie erhöht die Entlastung das zu versteuernde Einkommen. Dies gilt als sozialer Ausgleich, da höhere Einkommen weniger auf Entlastungen angewiesen sind. Der Umsatz soll bei rund 850 Millionen Euro liegen. Auch die Steuerpflicht der Energiepreispauschale für Rentner ist geplant.

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Bewertungsgesetz

Die Übertragung von Immobilienvermögen – beispielsweise durch Schenkung und Erbschaft – kann kostspielig sein. Änderungen des Bewertungsgesetzes erfordern ab Anfang 2023 eine höhere Ansetzung des Steuerwertes bei der Ermittlung des Immobilienwertes. Der angestrebte Marktwert ist eine enge Schätzung. Dadurch können Erbschafts-, Schenkungs- und Grunderwerbssteuern höher ausfallen.

Linie Nr

Erstmals wird ein Direktzahlungssystem für die Möglichkeit staatlicher Beihilfen unter Verwendung einer Steueridentifikationsnummer geschaffen. Es soll Nothilfe oder Klimafinanzierung ermöglichen.

Jahressteuergesetz: Ab dem kommenden Jahr will das Land unter anderem die Homeoffice-Flatrate erhöhen

Nicole Kohnert, ARD Berlin, Tagesschau 16:00 Uhr, 2.12.2022

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