Katar: Ex-Medienchef der WM erhebt Vorwürfe wegen Folter – Sport

Sein Bruder ist seit langem davon überzeugt, dass Abdullah Ibhais aus anderen als den ihm vorgeworfenen Gründen in Katar im Gefängnis sitzt. „Er ist da, weil er zum Schweigen gebracht werden muss“, sagte Ziyad Ibhais im November der ARD. Nun hat die Familie des ehemaligen Kommunikationschefs des WM-Organisationskomitees (OK) die schweren Vorwürfe gegen das Emirat mit neuen Schilderungen untermauert: Laut einer von der Menschenrechtsorganisation Fair Square veröffentlichten Erklärung wurde Abdullah Ibais gefoltert .

Ibhais, 36, sitzt seit etwa einem Jahr im Gefängnis. Ein katarisches Gericht behauptet, er habe sich bestechen lassen, als er einen Auftrag für ein Social-Media-Unternehmen erhielt. Denn die Bedingungen für Wanderarbeiter auf den Baustellen haben ihn zu sehr erschüttert, heißt es in Berichten von Menschenrechtsorganisationen.

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Die Position der Bauherren in Katar ist das Hauptargument der Kritiker des Turniers. Auf unzähligen Baustellen im Land würden Menschen ausgebeutet und getötet, räumte OK-Chef Hassan al-Tawadi nun zumindest teilweise ein. Die Reformen seien notwendig gewesen und beim Bau der WM-Infrastruktur seien schätzungsweise 400 bis 500 Menschen ums Leben gekommen, sagte er in einem Fernsehinterview nach Beginn der WM. Kurz darauf gab das Komitee bekannt, dass zwischen 2014 und 2020 landesweit 414 „arbeitsbedingte Todesfälle“ in „allen Sektoren“ gemeldet worden seien. Die Nachfrage der SZ, warum diese höchst umstrittene Zahl erst jetzt veröffentlicht wurde, blieb unbeantwortet.

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Die Organisatoren der WM in Katar reagierten nicht auf dringende Fragen

Auch die Art und Weise, wie das Organisationskomitee das Schicksal der Arbeiter kommuniziert, spielt im Fall Abdullah Ibhais eine wichtige Rolle: Al-Tawadi wollte 2019 offenbar kritische Nachrichten verhindern – laut WhatsApp-Chatprotokollen mit Ibhais, über die die ARD damals in der Sendung berichtete Ibhais wurde bereits verurteilt, ist aber noch auf freiem Fuß. „Wir waren dort, um ein PR-Image zu schaffen, unabhängig von den Fakten“, sagte Ibhais. Er setzte sich für die Stürmer ein und sprach sich damit gegen den WM-Boss aus. Die FIFA-WM-Kommission wies die Vorwürfe als „lächerlich, diffamierend und völlig falsch“ zurück.

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Die Beschreibung der Familie nährt die Vorwürfe erneut. Anfang November verbrachte Ibhais vier Tage „in völliger Dunkelheit in Einzelhaft, nachdem er körperlich angegriffen worden war“. Er soll in einer zwei Meter großen Zelle mit einem Loch im Boden als Toilette und „bei Temperaturen um den Gefrierpunkt“ festgehalten worden sein.

In dem Brief appellierte Ibhaisas Familie auch an die Fifa, kritisierte das „Schweigen“ und die „Gleichgültigkeit“ des Weltverbands und forderte ihre sofortige Freilassung. Ibhais wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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