Klimagipfel auf der Zielgeraden: Kommen Ausgleichszahlungen? | Freie Presse

Offiziell bleiben nur noch wenige Stunden, um beim UN-Klimagipfel große Durchbrüche zu erzielen. Die Verhandlungen sind vielerorts ins Stocken geraten. Dann beginnt langsam der größte Streitpunkt.

Sharm el Sheikh.

Auf der Weltklimakonferenz hat sich offenbar der Streit um die Zahlung von Entschädigungen für Klimaschäden an ärmere Länder verlagert. Nach der gestrigen Diskussion präsentierten Teilnehmer aus rund 200 Ländern einen fünfseitigen Entwurf mit drei möglichen konkreten Schritten zum Thema. Er erwähnt die sofortige Einrichtung eines neuen Fonds, die alternative Einrichtung eines neuen Fonds bei der nächsten Klimakonferenz Ende 2023 in Dubai und eine allgemeinere „Finanzierungsvereinbarung“.

Mit dem Entwurf scheint eine Einigung über den größten Streitpunkt der diesjährigen Konferenz in greifbare Nähe gerückt. Der Begriff Schaden und Verlust wird verwendet, um zu diskutieren, wie die Folgen des Klimawandels in ärmeren Ländern geteilt werden können, die oft weniger zu den Schäden beigetragen haben. Mehr als 130 der rund 200 Teilnehmer fordern die dauerhafte Gründung einer Finanzbank.

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Klimabeauftragter: „Mosaik der Lösungen“

Das Papier spricht in dieser Angelegenheit vom “dringenden und unmittelbaren Bedarf an neuen, zusätzlichen, vorhersehbaren und angemessenen finanziellen Ressourcen”. Dies sollte Entwicklungsländer unterstützen, die am anfälligsten für Schäden durch den Klimawandel sind.

Auf der Plenarsitzung machte EU-Klimakommissar Frans Timmermans ein Angebot für einen Fonds, der von einer “breiten Geberbasis” finanziert werde. Der Fonds soll Teil eines „Lösungsmosaiks“ sein, das sowohl die Berücksichtigung von Schulden als auch die Reform der Förderbanken umfasst. Ebenso wichtig seien Fortschritte bei der Reduzierung klimaschädlicher Emissionen, sagte Timmermans. Diese Maßnahmen und die Schadens- und Opferproblematik seien „zwei Seiten derselben Medaille“.

„Das Gespräch über Schäden und Verluste ist überfällig“, sagte UN-Klimachef Simon Stiell. “Wir haben ermutigende Äußerungen über die Bereitschaft zu Flexibilität und Kompromissbereitschaft gehört”, sagte die Sonderbeauftragte des Auswärtigen Amtes für internationale Klimapolitik, Jennifer Morgan, die als eine von zwei Vermittlern in dieser Frage agiert.

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Schäden und Verluste sind nicht genau definiert

Eine genaue Definition von Schaden und Verlust gibt es nicht. In der Regel sind jedoch Schäden durch extreme Wetterereignisse – wie Dürren oder Überschwemmungen – sowie durch langsame Veränderungen im Verlauf der globalen Erwärmung wie Meeresspiegelanstieg oder Wüstenbildung enthalten. Es geht um Folgen, die über das hinausgehen, woran sich Menschen anpassen können, oder um Situationen, in denen die Mittel zur Anpassung fehlen.

UN-Generalsekretär António Guterres ist nach dem G20-Gipfel in Bali erneut nach Ägypten geflogen, um Druck auszuüben. „Die Klimauhr tickt und das Vertrauen sinkt weiter“, warnte er. Die Teilnehmer der Klimakonferenz könnten hier und jetzt etwas ändern. „Ich fordere Sie auf, zu handeln – und zwar schnell“, warnte er rund 24 Stunden vor dem Treffen im ägyptischen Sharm el Sheikh, das offiziell am Freitagabend enden sollte. Eine Verlängerung war jedoch so gut wie sicher.

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Nach Ansicht des ägyptischen Präsidenten der COP, Samih Shukri, ist bei der Eindämmung des Klimawandels noch kein Ergebnis erzielt worden. Es wird erwartet, dass die internationale Gemeinschaft das Ziel bekräftigt, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Wie das konkret gelingen soll, ist viel umstrittener: Die ersten veröffentlichten Eckpunkte forderten den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle – aber nicht den Abschied von Öl und Gas. (dpa)

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