Klimakrise: »Grünes Wachstum ist Wunschdenken«

aber nicht Wenn alle plötzlich aufhörten zu konsumieren, würde die Wirtschaft zusammenbrechen. Es geht darum, den Übergang geplant und geordnet zu gestalten, damit es so wenig Störungen wie möglich gibt.

Besteht die Gefahr, dass mit dem Kapitalismus die Demokratie verschwindet?

Wenn wir den Kapitalismus geordnet verlassen, besteht zumindest eine gewisse Hoffnung, dass die Demokratie überleben wird. Wenn wir andererseits so weitermachen wie bisher, wird sich die Klimakrise dramatisch verschärfen und zu einem chaotischen Kollaps führen. Dann besteht die Gefahr von Verteilungskämpfen und einer Refeudalisierung der Gesellschaft. Wenige Mächtige beschlagnahmen die letzten Rohstoffe und Waren und verteilen sie unter ihren Agenten. Dann haben wir ein Gesellschaftssystem wie Russland oder ein Warlord-System wie Afghanistan. Deshalb ist die Downsizing-Planung so wichtig.

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Kürzlich fand in Ägypten die Weltklimakonferenz statt. Haben Sie dort Versuche gesehen, über die globale Überwindung des Wachstums zu sprechen?

Nein, die Mehrheit der Teilnehmer setzt immer noch auf grünes Wachstum.

Wird Deutschland in 20 Jahren grundlegend anders sein als heute?

Ich denke schon. Die Klimakrise wird sich deutlich verschärfen. Schau dir einfach die Temperatur an. Bis Mitte November hatten wir meist 14 Grad und Sonnenschein. Nicht nur der Sommer war sehr trocken, auch der Herbst war sehr trocken. Dies ist der italienische Zustand und wird bald die lokale Vegetation überschatten. Wasser wird so knapp, dass wir es in Zukunft rationieren müssen. Auf jeden Fall wird die Nahrungsmittelproduktion in Deutschland und weltweit deutlich schwieriger als heute. Im Moment gibt es zumindest theoretisch genug Nahrung für alle, aber die Nahrung erreicht nicht Millionen von Menschen. Tatsächlich werden Lebensmittel in Zukunft so knapp werden, dass es nur möglich sein wird, alle zu ernähren, wenn wir weitgehend auf Fleisch verzichten und die Klimakrise rechtzeitig stoppen.

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Glauben Sie, dass uns ein geplanter Ausstieg aus dem Kapitalismus gelingen kann?

Ich bin hin und her gerissen. Intellektuell bin ich pessimistisch. Emotional habe ich noch Hoffnung. Bisher gibt es keine Schätzungen, um wie viel unsere Wirtschaftsleistung reduziert würde, um klimaneutral zu sein. Aber definitiv nicht mehr als minus 50%. Dann sind wir immer noch so reich wie 1978. Wer damals gelebt hat, weiß, dass wir genauso glücklich waren wie heute. Auch mit Einschränkungen kann es ein gutes und friedliches Leben sein.

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