„Maischberger“: Strack-Zimmermann wegen Raketen-Tweet unter Druck | Politik

Russischer Krieg rückt unheilvoll näher: Erste Rakete trifft Polen! Es ist noch nicht klar, aber zwei Menschen sind tot und Putin droht die politische Isolation. Außerdem spricht Sandra Maischberger weiter über gefährliche Klimaplaketten und den heute in Berlin verstorbenen Radfahrer.

Gäste

▶︎ Mary Agnes Strack Zimmermann (64, FDP). Sicherheitsratschef warnt: “Mit Putin und seinen Anhängern kann man nicht verhandeln.”

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▶︎ Ralf Stegner (63, SPD). Der Außenpolitiker glaubt: “Dieser Krieg ist weder mit Panzern noch im Alleingang zu beenden.”

▶︎ Anja Oman (44). Eine Modedesignerin, die die Zwillingsschwester eines nach der Berliner Klimablockade ums Leben gekommenen Radfahrers ist, sagt: „Ich stehe immer noch hinter den Aktivisten, ich hinterfrage nur ihre Methoden.“

▶︎ Hans Jenicky (62). Der Schauspieler hat einen amerikanischen Pass, verpasst keine Wahl und verkündet stolz: “Ich bin als Demokrat registriert!”

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Wolfram Weimer (58). The Advertiser (“European”) urteilt: “Trumps Chancen sind deutlich geschrumpft, und Europa freut sich darüber.”

▶︎ Alev Dogan (32). Der Journalist („Pioneer“) macht Vorwürfe: „Joe Biden hat auch nicht ganz geglaubt. Das Ergebnis war so knapp!“

Kontroverse Themen, streitende Gäste. Das Zoff-O-Meter schaltet auf ALARM!

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Sehr widersprüchliche Reaktionen

„Amerika ist wieder zur Sicherheitsmacht der westlichen Welt geworden“, freut sich Weimer über den Ausgang der Zwischenwahlen, „aber bei Biden sieht man deutlich die Alterserscheinungen.“

Dogan glaubt nicht, dass der Präsident 2024 erneut kandidieren sollte: “In Amerika, wo die Jugendleidenschaft stark ist, täten die Demokraten gut daran, einen jungen Kandidaten zu finden!”

Journalist Alev Dogan

Journalist Alev Dogan

Foto: Melanie Grande/WDR

Sehr ermutigende Neuigkeiten

Ein “europäischer” Journalist informiert eindrucksvoll über den Krieg: “Wenn ein Russe in der Ostukraine eine Zeitung aufschlägt, können Amerikaner die Schlagzeile lesen.” Puh!

Nach einem Foto, auf dem Biden, Schalls, Macron und andere auf Bali die Nachricht von einem Raketenangriff in Polen hören, seufzt Weimar: „Gott sei Dank gibt es Gespräche auf höchster Ebene. Schlimmes ist verhindert worden.“

Wolfram Weimer

Inserent Wolfram Weimer

Foto: Melanie Grande/WDR

Leichte Schelte

Im FDP-SPD-Kampf ging Strack-Zimmermann in die Defensive, weil er in dieser Nacht getwittert hatte: „Russische Raketen haben nicht nur Polen getroffen, sie haben Nato-Territorium getroffen, und sie haben Tote verursacht. Das ist das Russland, das manche Leute hier lächerlich machen.“ Mit ihr will sie noch verhandeln.

Der Talkmaster schlug auf eine Frage ein: “Sie sind der Chef des Sicherheitsrates der Bundesrepublik Deutschland. Sollten Sie mit solchen Einschätzungen nicht vorsichtiger sein?”

Dumme Ausrede

“Nein”, verteidigt der Liberale. „Erstens bin ich ein unabhängiger Abgeordneter und zu dem Zeitpunkt, an dem ich mit Ihnen spreche oder sitze, repräsentiere ich die Fraktion nicht. Aber das ist meine Meinung.“ OK

Sie löschte den Tweet, „weil sich herausstellte, dass es sich um einen“ – hier malt sie Anführungszeichen in die Luft – „Abpraller handelte. Und doch wende ich ein, dass wir jetzt angefangen haben, Opfer und Täter zu verwechseln!

Ein präventiver Gegenangriff

„Eher unwahrscheinlich ist, dass gerade jetzt der eine oder andere um die Ecke kommt“, warnt Strack-Zimmerman vorsorglich. „Aber ich gestehe, ich war heute morgen erleichtert so zu sein wie jetzt.“

“Amerikanische und polnische Experten sind vor Ort und schildern, was dort passiert ist”, berichtet er später. “Das Problem ist, dass die Ukraine in diesem Gebiet Raketenabwehrraketen hat, die aus sowjetischen Beständen stammen.”

Ein sehr eleganter Schlag

Stegner zögert nicht: „Die Russen haben keines ihrer Kriegsziele erreicht“, sagt er kurzerhand. “Es wäre der pure Wahnsinn, sich jetzt mit der Nato anzulegen!”

Dann sieht der SPD-Politiker deutlich am FDP-Kollegen vorbei, der ihn scharf ansieht und flüstert: „Du twitterst immer etwas zu schnell.“ Ecz!

Verschiedene Level

Das Zoff-O-Meter startet sofort. „Ja, sehr schnell reagieren, das stimmt“, gibt Strack-Zimmerman schroff zu. Aber jetzt redest du schon viel über den Dritten Weltkrieg. Das heißt: Haben Sie jetzt bitte keine Angst vor Waffenlieferungen an die Ukraine, denn eine solche Rakete …

Doch genau um diese Waffenlieferungen geht es Stegner: Er verhandelt gerne, weshalb sein Kollege so rüde unterbricht: „Es gehört dazu, sich in die Augen anderer zu versetzen, auch wenn man nicht teilt!“ Mit anderen Worten: Diplomatie jetzt!

Ralf Stegner, Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Gastgeber Maischberger

Ralf Stegner, Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Gastgeber Maischberger

Foto: Melanie Grande/WDR

Konkretere Friedensbemühungen

Dann stachelten sich die beiden eine Viertelstunde lang gegenseitig über Krieg und Frieden auf: “Ich glaube, unser Einfluss auf Putin ist gegen Null!” Strack-Zimmermann warnt. “Besser aufpassen als Küchenpsychologie!” Stegner schreibt.

Es stellt sich heraus, dass beide Bücher geschrieben haben, die auf dem Weihnachtsgeschenktisch stehen sollten. Schließlich verstehen sie sich wieder: Stegner merkt seine norddeutsche Attitüde an, Strack-Zimmermann bewundert seinen rheinischen Humor. Und Frieden auf Erden!

Ein sehr bewegender Bericht

In einem langen und hochemotionalen Gespräch sitzt Anja Uman der Talkmasterin gegenüber. „Meine Schwester ist ein Mensch, der sich immer für andere einsetzt“, sagt er mit bewundernswerter Gelassenheit. „Sie war die mutigste Kriegerin, die ich kannte. Sie hat immer versucht, die Welt ein wenig zu verändern.

„Wir haben schon immer fast symbiotisch zusammengelebt, auch bei eineiigen Zwillingen“, sagt die Designerin, die mit ihrer Schwester ein veganes, nachhaltiges Modelabel kreiert hat. “Am Morgen habe ich zu ihr gesagt: ‘Fahr vorsichtig! Ich freue mich auf heute Abend.’ Aber leider gibt es diesen Abend nicht mehr.

Gastgeberin Sandra Maischberger (rechts) im Gespräch mit Anja Uman.

Gastgeberin Sandra Maischberger (rechts) im Gespräch mit Anja Uman.

Foto: Melanie Grande/WDR

Eine sehr überzeugende Erklärung

„Als ich am Nachmittag nach Hause kam, war sie nicht da und konnte sie nicht erreichen“, fährt Uman fort. „Es war klar, dass etwas Schlimmes passiert war. Dann rief ich die Krankenhäuser an.

Ihre bittere Enttäuschung: „Anfangs war die Prognose noch günstig. Es hieß, sie hätte gute Chancen, es zu schaffen. Aber am nächsten Tag traten Komplikationen in einem solchen Ausmaß auf, dass sie nicht mehr ins Leben zurückkehren konnte.

Ein sehr politisches Statement

Über seine Ziele sagt der Designer: „Klimaschutz war uns schon immer ein Anliegen. Aus diesem Grund haben sich viele der vergangenen Generationen immer mit uns identifiziert.

Aber Uman fährt fort: „Wir haben einen anderen Weg gewählt. Nicht Ungehorsam oder Widerstand, sondern aktiver Wandel. In einem Bereich mit großen Defiziten hatten wir das Gefühl, dass sich etwas ändern, etwas bewegen könnte, weil Pioniere zeigten, wie es anders geht. Das ist unser Weg.“

Eine sehr wichtige Frage

Dann kommt Maischberger ins Zentrum: „Viele Leute sagen, dass die Hemmer mitverantwortlich für den Tod Ihrer Schwester waren.“

Uman holt tief Luft. “Eine Menge Beweise”, antwortete er, “unter Umständen könnte meine Schwester noch am Leben sein, obwohl die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit noch nicht abschließend geklärt hat.” Boom!

Sehr hohe Gebühr

„Er kümmert sich nur darum, dass die Helfer behindert sind“, erklärt er. “Und der Fall meiner Schwester zeigt mal wieder exemplarisch, was im schlimmsten Fall passieren kann.”

Denn laut Uman: „Seit Juli zeigen Erhebungen von Aktivisten, Polizei und Feuerwehr bei 18 Einsätzen, dass Retter ihr Ziel 13 Mal mit Verspätung erreicht haben!“

Sein vernichtender Vorwurf: „Hier zeigt sich meines Erachtens durchaus das Problem, dass das Risiko für die Sicherheit von Menschen bewusst in Kauf genommen wird, was aus meiner Sicht moralisch und ethisch über das Ziel hinausschießt und nicht mehr zu rechtfertigen ist!“

Eine tiefe Wunde

Uman reagierte offen auf den menschenverachtenden Kommentar von Klimaaktivist Tadzio Müller (“Scheiße passiert”): “Das ist, als würde man einen Dolch in mich bohren!”

Ihre traurige Antwort: „Wenn ich eine Botschaft hätte, wäre es zu überlegen, ob Hass, Wut und Zerstörung der richtige Weg zur Veränderung sind. Oder ob es nicht mehr möglich ist, Probleme in konstruktiver Zusammenarbeit zu lösen.

Das meiste menschliche Gedächtnis

Als ein Aktivist protestierte, er protestiere „aus Verzweiflung“, sagt Uman: „Meine Antwort ist immer die gleiche: Handeln Sie selbst! Tragen Sie aktiv bei! Versuchen Sie, mit Lösungen statt blindem Widerstand zu überzeugen!“

Laut dem Designer bittet er alle zu verstehen, dass “Aggression und Extremismus uns nirgendwohin führen werden”, wenn seine Schwester noch am Leben wäre.

Denn: „Es geht immer darum, eine konstruktive Zusammenarbeit zu schaffen, Probleme anzuschauen, aber nicht in radikalen Lösungen Ziele zu finden.“

Abend Zitat

„Radfahren in Berlin ist tödlich, besonders in einer Stadt, die grün sein will.“ Anja Uman

Fazit

Zuerst eine hitzige Debatte im Louis-de-Funès-Stil: “Yes! No! Still! Ah!” Und dann eine ergreifende Klage als deutliche Mahnung zum Innehalten: Es ist eine menschliche, allzumenschliche Talkshow.

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