nicht alle Geschäfte machen mit – SWR Aktuell

Rabattkrieg am „Black Friday“: Viele Geschäfte haben es auch in der Pfalz. Aber das Datum der Aktion ist eine Frage der Debatte unter Geschäftsinhabern und nicht alle beteiligen sich.



Freitag ist in den Städten Black Friday (Bild: dpa Bildfunk, Fotomitarbeit/dpa)

In der Pfalz nehmen vor allem die großen Ketten am Black Friday teil, aber nicht alle kleinen Geschäfte machen mit.


dpa-Fotoradio



Fotoallianz/dpa


Axel Augustin, Sprecher des Handelsverbandes Textil, Schuh und Lederwaren, schätzt, dass weniger als die Hälfte der inhabergeführten Geschäfte an Black Friday- und Rabattaktionen teilnimmt.

Auch riet die Organisation ihren Mitgliedern im Vorfeld davon ab, an Rabattaktionen unter dem Stichwort „Black Friday“ teilzunehmen. Ein Grund ist, dass der Begriff Black Friday – der auf Online-Rabattaktionen zurückgeht – geschützt ist. Laut Augustin müssen Geschäfte, die den Begriff verwenden, eine Lizenz erwerben. Diese Rechte laufen jedoch bald aus.

Pfalz: Schwarze Woche statt Schwarzer Freitag

Viele Anbieter, die an Rabattaktionen teilnehmen, haben sich andere Namen einfallen lassen. Statt mit dem Schwarzen Freitag starten sie am Freitag mit der „Schwarzen Woche“ oder „Roten“ oder „Grünen Woche“, sagte Augustin dem SWR.



Speyerer Weihnachtsmarkt (Foto: SWR)

Der Weihnachtsmarkt in Speyer wird am Black Friday mehr Besucher in die Geschäfte locken, hofft der örtliche Handelssprecher Thomas Armbrust.


SWR



Speyer: Das Lager ist voll, gute Rabatte auf Winterklamotten

In Speyer beteiligen sich nicht nur die großen Handelsketten am Aktionstag. Auch kleinere inhabergeführte Geschäfte wie Mode-Charlott seien dabei, sagte Thomas Armbrust, Inhaber und Sprecher Vertrieb Speyer beim SWR. Und mehr noch: Dank des außergewöhnlich warmen Oktoberwetters sind die Lager noch voller Winterkleidung.

Kunden können mit tollen Rabatten rechnen. Armbrust vertritt rund 80 Händler in Speyer. Viele von ihnen müssen auch nach dem Ende von Corona mit geringeren Umsätzen als zuvor klarkommen – aufgrund steigender Preise und der Kaufzurückhaltung der Kunden. Eine Aktion wie „Black Week“ in der Vorweihnachtszeit ist der wichtigste Teil des Einzelhandels.



Käufer sollten sich nicht von den riesigen Rabatten am Black Friday täuschen lassen und die Preise vergleichen.  (Foto: dpa Bildfunk, Fotoallianz/Clara Margais/dpa)

Käufer sollten sich nicht von den riesigen Rabatten am Black Friday täuschen lassen und die Preise vergleichen.


dpa-Fotoradio



Fotoallianz/Clara Margais/dpa


Achtung: Nicht alle Rabatte halten, was sie versprechen

Allerdings warnt Armbrust auch vor Rabattaktionen, die ihre Versprechen nicht halten: Man sollte sehr vorsichtig sein, wenn man mit Preisnachlässen von 50 bis 70 Prozent wirbt.

„Einige Einzelhändler erhöhen ihre Preise vor dem Black Friday, um große Rabatte anbieten zu können.“

Die Situation unter den Händlern in Speyer ist nicht schlecht. Denn im November nahm der Ausverkauf wieder zu – und zwar mit dem Ziel der Zeit vor Weihnachten. Und der Weihnachtsmarkt lockt viele Touristen in die Altstadt.

Ludwigshafen: Der Handel nimmt nicht teil

Edmund-Keller, Geschäftsführer des Schuhhauses Keller in der Ludwigsstraße und langjähriger Sprecher des Ludwigshafener Einzelhandels, hält nicht viel vom „Black Friday“. Sein Schuhgeschäft und andere Läden, die er in Ludwigshafen besitzt, seien nicht dabei gewesen, sagt Keller. Denn „Black Friday“ ist nichts anderes als ein vorgezogener Winterschlussverkauf.

Und für ein traditionelles Schuhgeschäft sei es nicht angemessen, seine hochwertigen Produkte zu einem Sonderpreis anzubieten, zumal man Kunden aufgebaut habe, die diese nicht sehr zu schätzen wüssten, sagt der Geschäftsführer. Schuh-Keller wächst seit 2020 kontinuierlich, auch ohne Rabatt-Aktionstage, in seinem Geschäft in Ludwigshafen und im Online-Verkauf.



Menschen stehen Schlange vor der Rhein-Galerie in Ludwigshafen (Bild: SWR)

In Ludwigshafen steigen die Corona-Zahlen. Bürgermeisterin Jutta Steinruck hat die Bürger aufgefordert, sich an die Regeln zu halten.


SWR



Das Modehaus Jost existiert nicht mehr

Das Pfälzer Familienunternehmen „Modehaus Jost“, das von vier Filialen in Grünstadt, Frankenthal, Landau und Worms aus operiert, nimmt nicht am „Black Friday“ teil. Ein Traditionsunternehmen lockt Kunden eher mit seinen Werbeartikeln, wie zum Beispiel einer Fahrt von St. Nikolaus am 25.11.

Für die Textilindustrie sei es noch zu früh, die Preise für die Winterkollektion zu senken, erklärt Axel Augustin die Skepsis vieler kleiner Einzelhändler. Zudem ist es schwieriger als in anderen Konzernen, die Preise nach einer Rabattaktion wieder anzuheben. Im Gegensatz zu großen Ketten sind kleine im Online-Verkauf nicht stark vertreten.

Pfalz: Der Verkäufer hat von der Heimarbeit profitiert

Vor allem in Städten wie Speyer, Frankenthal und Landau läuft der Absatz laut Augustin nicht schlecht. Denn die Menschen arbeiten immer noch viel im Homeoffice und nutzen dies zum Immobilienkauf.

Zudem haben viele Verkäufer aufgrund von Corona Online-Shops eingerichtet und sich teilweise erfolgreich am Markt etabliert.

Einzelhandelsverband Pfalz: Wichtige Maßnahmen für Einzelhändler

Thomas Scherer, Geschäftsführer des regionalen Handelsverbandes, sieht das anders: Rabattaktionen wie „Black Friday“ oder „Black Week“ seien für lokale Geschäfte sehr wichtig.

„Wir glauben, dass der Black Friday den lokalen Einzelhändlern helfen wird, ihre Verkaufsziele zu erreichen.“

Denn viele Einzelhändler in der Pfalz seien seit dem alten Corona nicht mehr verkaufsfähig gewesen, so Scherer. Man hofft, dass die Geschäfte in der Pfalz an diesem Tag mehr Geld verdienen als an einem guten Samstag.

Source

Auch Lesen :  Supermarkt-Preise schießen immer weiter in die Höhe

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button