Nord Stream 1: Neue Bilder der Explosionsstelle veröffentlicht


Exklusiv

Stand: 30.11.2022 12:00 Uhr

Unterwasserbilder von Greenpeace von der Explosionsstelle von Nord Stream 1 könnten neue Hinweise liefern. Diese Aufzeichnungen SWR Exklusiv erhältlich, wirft aber auch neue Fragen auf.

Marilina Kors y Moratalla und Nick Shader, SWR

Neue Ansichten von einem der Landeplätze der Nord Stream 1-Pipeline SWR Experten zufolge könnte dies die erste Grundlage für weitere Ermittlungen zu den mutmaßlichen Angriffen sein. Die Unterwasserbilder, die vor wenigen Tagen während einer Expedition der Umweltorganisation Greenpeace aufgenommen wurden, dokumentieren neue Details der Zerstörung.

Bilder von einem der Lecks auf der Insel Bornholm in der schwedischen Wirtschaftszone. Umweltschützer konnten durch Auswertung verschiedener Daten die Koordinaten des Angriffsortes ermitteln. Das Video wurde von einem Tauchroboter in 79 Metern Tiefe aufgenommen.

Greenpeace untersucht die Umweltauswirkungen von Explosionen an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2.

Nick Schader, SWR, Daily News 12:00 Uhr, 30.11.2022

Nach Angaben des Sachverständigen besteht die Möglichkeit einer Explosion von außen

Die Bilder zeigen ein vollständig gebrochenes Rohr, gebogenen Stahl, Rohrabschnitte, die bis zu 25 Fuß über dem Boden herausragen, und eine geblasene Betonummantelung. In einer Erklärung, Die SWR “Im Rahmen der bekannten Überlegungen ist es unwahrscheinlich, dass die Leitung innerhalb des untersuchten Gebiets explodiert sein könnte.”

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Sprengstoffexperte Fritz Pfeiffer, der für Greenpeace recherchiert hat, hält eine Explosion in der Nähe der Pipeline für wahrscheinlicher. Nach seiner vorläufigen Schätzung wurden in der getesteten Einheit etwa 200 bis 400 kg Sprengstoff verwendet.

Greenpeace kritisiert seit Wochen fehlende Informationen der Bundesregierung zu Hintergründen und Umweltfolgen von Explosionen an Pipelines. Umweltschützer wollten sich also ein Bild von der Lage machen und fuhren mit einem Schiff und einem Tauchroboter in die schwedische Wirtschaftszone nahe der Insel Bornholm.

Untersuchung für Kriegsreste

EIN SWRDer Reporter konnte mit dieser Greenpeace-Reise ausschließlich zu den Unfallstellen der Ostsee-Pipeline fahren. Vor Ort wurden rund um eine der Sprengstellen von Nord Stream 1 40 Boden- und Wasserproben entnommen. Diese werden laut Greenpeace am Institut für Toxikologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf Rückstände chemischer Kampfstoffe und Sprengstoffe untersucht. Erwarten Sie Ergebnisse in nur 14 Tagen.

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Gleichzeitig bleibt zu klären, ob die Eruptionen hochgiftig kontaminierte Sedimente vom Meeresboden aufgewirbelt haben. Denn in dem Gebiet, in dem die Explosionen stattfanden, wurden während der beiden Weltkriege Tausende Tonnen alter Sprengstoffe und chemischer Kampfstoffe deponiert.

„Es gibt keine Informationen über die Giftwolke, die durch Angriffe auf kontaminierte Standorte entstehen kann“, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Mak.WR. Greenpeace fordert daher eine dringende und professionelle Sanierung dieser Altlasten in der Ostsee.

Nach Schätzungen des dänischen Meeresforschers Hans Sanderson, der derzeit die Auswirkungen von Angriffen auf Gaslecks untersucht, befinden sich auf Bornholm etwa 11.000 Tonnen chemischer Sprengstoffe. Allerdings hält er die Entsorgung für nicht unproblematisch: “Wir wissen noch nicht, wie riskant und gefährlich es ist, Munition zu bergen. Aber wir wissen, dass es ein sehr teures Unterfangen ist.”

Wie gewünscht SWR Kriminaltechniker und Sprengstoffexperte Wolfgang Spira erklärt: „Ein guter Ansatz ist jetzt, mehr neue Informationen von den Behörden zu bekommen. Wenn wir weitere Rohrstücke an der Absturzstelle finden und forensisch analysieren, haben wir die Chance, mehr zu erfahren.“ zu dem, was passiert ist.”

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Wo ist der fehlende Müll?

Laut Spira haben die bisher verfügbaren Informationen unerklärliche Widersprüche offenbart. Deshalb wundert sich der Wissenschaftler, warum nicht mehr Teile des Rohrs gefunden wurden: Wenn etwa 250 Meter des Rohrs zerstört worden wären, hätte das Objekt nicht verschwinden können. „Bei der Suche hätte man große Objekte finden sollen, die Hintergrundinformationen liefern könnten.“ Die Kehrseite der derzeitigen Informationspolitik der Behörden ist laut Spira, dass mit wenigen Informationen Raum für Spekulationen bleibt. Das ist nicht das richtige Verhalten in Krisenzeiten.

Im September wurden bei einer Explosion in der Nähe der Insel Bornholm vier Lecks in zwei Nord-Stream-Pipelines entdeckt. Schwedische Ermittler führen die Bombenanschläge darauf zurück Es wurden jedoch noch keine Verdächtigen benannt.

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