Plagiats-Verdacht an HSG. «Ein Begräbnis für die Schweizer Wissenschaft».

Ein Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HSG hat wesentliche Teile seiner Doktorarbeit und seines Diploms kopiert.
Ein Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HSG hat wesentliche Teile seiner Doktorarbeit und seines Diploms kopiert.

Schlussstein

Studenten der Universität St. Gallen sollen entdeckt haben, dass ihr Professor sie kopiert hatte. Plagiatsexperten kommen zum gleichen Schluss und bezweifeln die Vertretung der Universität.

Die Geschichte ist leicht erzählt: Studierende der Universität St. Gallen (HSG) haben herausgefunden, dass ihr Betriebswirtschaftsprofessor sie angeblich massenhaft kopiert hat. Er soll häufig wissenschaftliche Arbeiten plagiiert, also von anderen Autoren abgeschrieben haben.

Mit dieser Entdeckung gingen sie zur Universitätsverwaltung und dann wurde eine Untersuchungskommission gebildet. An der Arbeit des Meisters fand er nichts auszusetzen.

Die «NZZ am Sonntag» und CH Media haben ihre Doktorarbeiten und Fähigkeiten evaluiert

Alles sah gut aus und alles drohte auseinanderzufallen. Bis die «NZZ am Sonntag» den österreichischen Plagiatsexperten Stefan Weber beauftragte, die Doktorarbeit dieses bedeutenden Professors zu prüfen. Diese Zeitung veröffentlichte Anfang Oktober die Ergebnisse: 38 Texte der Dissertation sollen aus drei anderen Werken kopiert worden sein.

Aufgrund weiterer Recherchen überprüfte auch das Medienunternehmen CI Media den Zustand des Professors durch denselben Gutachter. Die am Freitag publizierten Ergebnisse belegen, dass die Rehabilitationsarbeit, die der Professor an die Universität St. Gallen geschickt hat, auch kopierte Texte enthalten muss.

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Der Professor sieht sich nun mit dem Vorwurf konfrontiert Verstoß gegen den Kodex guter wissenschaftlicher Praxis

Der Plagiatsexperte Stephen Weber sagt gegenüber CH Media, dass die wissenschaftliche Arbeit des betreffenden Professors gründlich untersucht werden sollte, da sie gravierend gegen Zitierstandards verstoße. Laut Weber gibt es große Bereiche mutiger Plagiate, die bewusst eingearbeitet werden.

Die Vertuschungstaktiken sind deutlich sichtbar

Weber gibt außerdem an, dass nicht nur andere Texte akzeptiert worden seien, sondern auch Texte aus seiner eigenen Doktorarbeit – die laut Experte ebenfalls Plagiate enthielten – in der Sendung wiederverwendet wurden. Für Weber sieht der Plagiator eine klare Taktik der Verschleierung – er veränderte die Wörter oder ordnete die Sätze so um, dass nicht sofort klar war, dass der Text nicht vom Meister stammte. „Das ist definitiv nicht erlaubt“, ist sich Weber sicher.

Auch das Habilitationsgesetz der Universität St. Gallen definiert klar, was erlaubt ist und was nicht. Das Vorgehen des Professors dürfte auch gegen diese Regeln verstoßen, die besagen, dass eine Abschlussarbeit nicht als rehabilitative schriftliche Leistung gilt, auch wenn sie erweitert oder anderweitig bearbeitet wird.

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“Nicht alle Plagiate gefunden”

Das bestätigt auch Thomas Gieser, selbst emeritierter Rechtsprofessor an der HSG, auf die Frage von CH Media: Man könne nicht dieselben wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine Dissertation und eine Masterarbeit verwenden.

Stephen Weber stellt fest, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind und nicht alle Plagiate in der Arbeit gefunden wurden und bittet die Universität St. Gallen, die Arbeit sorgfältig zu untersuchen. Er betont weiter, dass dies einer ist Besonders eklatantes Fehlverhalten eines Wissenschaftlers, das von den Behörden untersucht und geahndet werden sollte.

Die Universität St. Gallen hat «kein Fehlverhalten» festgestellt.

Die Untersuchung von CH-Media zeigt zudem, dass die St. Galler Anwältin Senta Cotinelli im Sommer 2021 einen begründeten Plagiatsverdacht der Professorin an die Universitätsleitung gemeldet hat.

Laut “NZZ am Sonntag” hat die HSG die Doktorarbeit jedoch nicht begutachtet, weil sie an eine andere Universität geschickt wurde.

Die Umsetzung hingegen, die über neun Monate von der «Internen Untersuchungskommission» der HSG geprüft wurde, habe «keine wissenschaftlichen Verstösse im Sinne der Integritätsrichtlinien» festgestellt, heisst es in einem Schreiben. Von Präsident Bernhard Ernzler, erhältlich bei CH Media.

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Der Plagiatsjäger Weber zieht gegen die Universität St. Gallen vor Gericht: «Dass die Universität in den letzten neun Monaten nichts gefunden hat und wir in wenigen Tagen 25 plagiierte Texte gefunden haben, ist wahr. Ein erstklassiges Begräbnis für die Schweizer Wissenschaft und Hochschulen.»

Es ist nicht klar, was genau die interne Untersuchungskommission untersucht hat und wie sie in diesen neun Monaten vorgegangen ist – ebenso wenig ist klar, wer in der Untersuchungskommission saß.

Angeklagter: Die Anschuldigungen sind haltlos

CH Media hat eine Aussage des beschuldigten Lehrers angefordert. Sein Anwalt weist jedoch alle Vorwürfe entschieden zurück. Die Anschuldigungen sind haltlos. Der Verteidiger schreibt: In der Rehabilitationsthese des Professors seien weder wissenschaftliche Standards noch wissenschaftliches Fehlverhalten im Konzept der Integritätsleitlinien zu erkennen.

Ähnlich sieht es an der Universität St. Gallen aus. Nach Angaben der Medienstelle wurden die anfänglichen Vorwürfe sehr ernst genommen und ein ausländischer Experte hinzugezogen. Damit habe der Präsident auf Empfehlung der Untersuchungskommission gehandelt. Es besteht daher kein Anlass für weitere Maßnahmen.



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