Porsche Taycan GTS Sport Turismo – Nutz-Fahrzeug der Extraklasse

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Der Porsche Taycan GTS Sport Turismo ist ein Nutzfahrzeug der Spitzenklasse



Quelle: amnet

Porsche hat die Version GTS Sport Turismo seines Elektro-Sportwagens mit zahlreichen neuen technischen Details ausgestattet. Den E-Kombi gibt es für gut 130.000 Euro.

Der GTS kostet aktuell genau 25.347 Euro mehr als der 4S Sport Turismo.
Der GTS kostet aktuell genau 25.347 Euro mehr als der 4S Sport Turismo.

(Bild: Axel F. Busse)

Seit Porsche 1963 erstmals das Kürzel „GTS“ an einem seiner Rennwagen angebracht hat, hat der Hersteller einen langen Weg zurückgelegt. Heute gibt es für jede der sechs Baureihen, die in der Modellhierarchie zwischen den Turbo- und S-Varianten angesiedelt sind, eine GTS-Version. Jüngstes Mitglied der Familie ist der Taycan GTS Sport Turismo.

Als Premium-Nutzfahrzeug unterscheidet sich der Sport Turismo vor allem durch zwei Merkmale von der Limousine: die große Heckklappe, die ihn zum Kombi mit bis zu 1.200 Liter Kofferraumvolumen macht, und die „Smart Lift“-Funktion der Luftfederung. . In diesem speziellen Fahrmodus können Einstiegspunkte zu Feldwegen per GPS-Daten gespeichert werden. Erreichen die Besitzer dann den Waldweg, der zu ihrem Landhaus führt, hebt das Fahrwerk die Karosserie an und verhilft so zur maximalen Bodenfreiheit von 12,8 Zentimetern.

Einige Daten werden nicht gespeichert

Leider wurde die löbliche Idee nicht zu Ende gedacht. Es gibt immer einen Weg zurück, und da das Fahrwerk nach dem Abstellen des Autos wieder auf seine normale Höhe zurückkehrt, muss die Liftfunktion vor Fahrtantritt wieder aktiviert werden. Auch andere Daten werden nach dem Herunterfahren nicht gespeichert. Beim synthetischen Sound des Electric Sport lässt sich das verkraften, allerdings sollte die manuelle Rekuperationseinstellung bis zum nächsten Eingriff des Fahrers bestehen bleiben.

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Was genau bedeutet das Kürzel „GTS“, das Spötter gerne mit „unnötig teurer Sportwagen“ übersetzen? Immerhin kostet der GTS jetzt gut 25.000 Euro mehr als der 4S Sport Turismo. Das sind 500 Euro pro Kilowatt Mehrleistung. Dass Porsche nicht an Nebeneinnahmen spart, ist allgemein bekannt, aber 68 PS Mehrleistung sind auch nicht „unvernünftig“.

Das Antriebssystem integriert zwei Komponenten, die Porsche-Experten bereits in anderen Varianten gefunden haben. Vorne sitzt der gleiche Elektromotor wie beim 4S, hinten läuft ein aufgeladener Motor samt Zweigang-Automatikgetriebe. Im Extremfall, also unter Launch-Control-Bedingungen, stehen 440 kW (598 PS) zur Verfügung. Das sollte für schnelle Fortschritte reichen, obwohl der Testwagen mehr als 2.300 Kilogramm wog. Dazu gehört eine Tragetasche mit allen Ladekabeln, die 13 Kilogramm wiegt.

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Das Interieur kann nicht ganz überzeugen

Der Zugang zur Kabine erfolgt über vier versenkbare Klappgriffe, die zwar aerodynamisch sehr effizient sind, aber auch Sorgfalt erfordern. Es ist leicht, sich die Fingerspitzen einzuklemmen, wie es bei den internen Entriegelungshebeln der Fall ist. Die Qualität des Fahrtrichtungshebels rechts neben dem Fahrerdisplay wird aus zwei Gründen bemängelt: Zum einen fehlt ihm die Porsche-typische Klasse und Eleganz, zum anderen liegt er unauffällig in der Front Schatten des Lenkradkranzes. Letzteres bezieht sich auch auf den On/Off-Button des Betriebssystems auf der linken Seite.

Größenvergleich der Antriebe: Elektromotor (links) und Benzinmotor (rechts).  (Bild: MG Engine)

Und wo wir schon bei wenig gelungenen Dingen sind: Eine sehr dünne Linie und wenig Kontrast prägen die Grafik des Navigationssystems. Obwohl der Bildschirm 10,9 Zoll groß ist, verbessern mehr Farbe und klarere Markierungen die Lesbarkeit.

Bei Touchscreens hat Porsche wirklich nichts falsch gemacht. Drei davon sind für das Infotainmentsystem und die Fahrzeugeinstellungen zuständig, einer für die Klimatisierung. Hinzu kommt die frei anpassbare Anzeige von Fahrinformationen auf dem gebogenen Display hinter dem Lenkrad. An der Ablesbarkeit gibt es nichts zu bemängeln und das stets griffbereite Mikrofasertuch auf der mittleren Ablage hält lästige Fingerabdrücke fern.

Dachlast bis 75 kg

Große Gegenstände, die im Gepäckraum platziert werden müssen, müssen durch eine Schwelle von 67 Zentimetern bewegt werden. Obwohl das Auto eine zugelassene Dachlast von bis zu 75 Kilogramm hat, lässt sich ein Mountainbike genauso schnell unter dem Schiebedach verstauen, wie es auf das Dach gehievt werden kann. Und in der Kabine schadet es dem Frontwiderstandsbeiwert nicht, der bekanntermaßen die Reichweite stark beeinflusst. Wenn Sie die Reichweite optimieren möchten, schalten Sie den „Range“-Modus ein und begrenzen so automatisch die Höchstgeschwindigkeit.

Längs- und Querdynamik sind immer ein eigenes Thema unter dem Porsche-Logo, und Schwachstellen im Elektrobereich will das Unternehmen aus Zuffenhausen nicht genannt werden. Seine kombinierten Qualitäten stehen dem Fahrspaß des Taycan Sport Turismo mit einer Nettoleistung von 83,7 Kilowattstunden nicht im Weg.

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Harman-Standort in Garching bei München.  (Bild: Harman)

Lenkbewegungen werden nahezu verzögerungsfrei und mit vorbildlicher Präzision auf die Straße übertragen, wozu nicht nur der tiefe Schwerpunkt (rund 40 Millimeter tiefer als beim 911) beiträgt, sondern auch die serienmäßige Momentenverteilung und die elektronische Sperre des Hecks Achsdifferential.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 250 km/h

Die Leichtigkeit, mit der sich ein knapp 2,4 Tonnen schwerer Strang um Kurven drehen lässt, ist schon erstaunlich. Vollgas ohne Lenkradeinschlag bedeutet zwangsläufig, die Nackenmuskulatur zu trainieren. Auch ohne Aufladung benötigt er je nach Beladung nur 3,7 bis 5 Sekunden, um auf der Landstraße auf Tempo zu kommen. So lange dauert es, den vollständigen Namen von Stark Stromer auszusprechen.

Bei einer vom GPS gemessenen Geschwindigkeit von 252 km/h stoppte die Elektronik den Testwagen. Um solch eine Express-Ladung wieder aufzufangen verbaut Porsche beim GTS vorn 36cm Bremsscheiben und 6-Kolben Bremssättel, hinten 358mm mit je 4 Kolben.

80 Prozent in 25 Minuten

Mit einer maximalen Ladeleistung von 270 Kilowatt lässt sich der Akku dank 800-Volt-Technik befüllen, wobei der Füllstand von bis zu 80 Prozent in weniger als 25 Minuten real sein soll. Wenn kein solcher Supercharger in der Nähe ist, müssen Sie leider länger warten. Für den Anschluss an 11 kW AC gibt der Hersteller rund neun Stunden an. Wer der Versuchung des Freizeitdiebstahls in den Kurven widersteht und einen mehrstündigen Ortswechsel vermeidet, fährt den Taycan Sport Turismo für weniger als 20 kWh auf 100 Kilometer. Das variable Fahrprofil erhöht den Energieverbrauch von 24 auf 26 kWh.

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Fazit: Wer Elektro-Sportwagen nur als Snack für Mehrverdiener und Umweltschoner sieht, die in ihrem Soziotop nicht als Umweltsünder gelten wollen, verfehlt das Wesentliche. Viele Menschen in der Kategorie der Homo-Autos suchen nach dem sportlichen Fahrvergnügen, das die besten Elektroprodukte kompromisslos bieten können. Dass der Kaufpreis den potenziellen Kundenpool tötet, dürfte noch einige Zeit so bleiben.

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