Radeberg: Optimismus trotz Krise: In Radeberg wird immer noch “bio” gekauft

Hoffnung trotz Krise: In Radeberg wird nach wie vor „Bio“ gekauft

Alles wird teurer – behalten die Kunden deshalb die Nahrungskette? „Nein“, sagt Viola Kaufmann, die Läden in Radeberg und Dresden-Weißig betreibt. Nach einem Einbruch im Sommer haben sich die Umsätze wieder stabilisiert. Er bleibt trotz der Schwierigkeiten optimistisch.

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Zu Weihnachten verkauft Viola Kaufmann in seinen Bio-Märkten in Radeberg und Dresden-Weißig unter anderem Adventskalender und Bio-Stollen.

Zu Weihnachten verkauft Viola Kaufmann in seinen Bio-Märkten in Radeberg und Dresden-Weißig unter anderem Adventskalender und Bio-Stollen.
©Sven Elger

Radeberg. Vom Möbelbauer zur Unternehmerin mit zwei eigenen Läden: Viola Kaufmanns Karriere hat eine Pause eingelegt – doch jetzt steht sie mit beiden Beinen auf dem Boden und spricht mit Brettern über ihre Welt.

Und das Lächeln verlässt sein Gesicht nie, wenn er über die Auswirkungen der Energiekrise spricht. Viola Kaufmann ist überzeugt, und das spürt man. Er sagte: „Ich wollte immer Verkäufer werden.“ “Meine Eltern waren auch Selfmade, ich bin daran gewöhnt. Ich bin sehr erwachsen geworden.” Und er hat sich vor mehr als 20 Jahren entschieden, mit seiner Schwester in Radeberg ein Naturkostgeschäft zu eröffnen.

Viola Kaufmann hat ihre Probleme mit der Umstellung auf „Bio“ in den Griff bekommen.

„Mit 30 Jahren hatte ich Herzprobleme und Neurodermitis“, erinnert er sich. “Es war gut, damals meinen Lebensstil zu ändern. Auch meine Ernährung. Seitdem geht es mir besser.” So reifte in ihm langsam die Idee, einen eigenen Bio-Laden zu eröffnen.

Seit 2006 betreibt er die Biowelt selbst, 2014 kam der Markt in Dresden-Weißig hinzu. Viola Kaufmann beschäftigte 40 Mitarbeiter – und denkt jetzt in der aktuellen Krise an sie. „Das Wichtigste ist, dass ich alle Mitarbeiter halten kann“, sagt Radebergerin, die in Liegau-Augustusbad lebt.

Im Sommer hatte er bereits einen starken Umsatzrückgang vernommen, die Kunden seien beim Kauf zurückhaltend gewesen. Mit dieser Einschätzung steht der Chef nicht allein. Robert Kecskes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sagte kürzlich dem Magazin „Spiegel“, dass die Umsätze in den Supermärkten im August um 10,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Noch größer war der Rückgang bei Reformhäusern und Lebensmittelgeschäften: um 37,5 Prozent.

Doch laut GfK sind Naturprodukte bei Verbrauchern nach wie vor beliebt. Trotz der Schwierigkeiten gewinnt Bio immer noch Marktanteile. Seit Ende letzten Jahres ist zu beobachten, dass die Menschen weniger in den Fachgeschäften einkaufen und stattdessen zu den günstigeren Bio-Produkten in den Second-Hand-Läden greifen. Und was passiert, sind Eigenmarken und weg von Bio-Produkten, so Kecskes.

Viola Kaufmann hört ein wenig davon in ihrem Geschäft – der Verkauf läuft nach dem Sommerloch jetzt wieder an. “Im Moment melde ich mich nicht für die Herabstufung an, obwohl ich zugeben muss, dass ich eine Weile etwas besorgt war, dass dies dazu führte. Und ja, die meisten unserer Produkte waren teuer.”

Doch jetzt will er umdenken: „Zum Glück habe ich viele Stammkunden, denen gesunde Ernährung und Bio-Lebensmittel wichtig sind“, sagt Kaufmann. “Und Bio darf nicht teurer sein als konventionelle Lebensmittel, das ist mir das Wichtigste zu betonen.”

Pionierarbeit bei Radeberg: „Am Anfang waren Kunden schwierig“

Viele Stammkunden – das war bei Radeberg nicht immer so. „Anfangs war Herr Radeberger sehr schwierig“, erinnert sich Viola Kaufmann. “In den ersten Monaten haben wir nur gearbeitet, ohne bezahlt zu werden. Und wir hatten etwas zu essen.” Doch langsam aber sicher ist der Laden gewachsen, seit dem Umzug ins Silberberg-Center hat sich die Fläche von 70 auf fast 400 Quadratmeter vergrößert. Ihr Geschäft in Weißig ist 650 Quadratmeter groß.

Ihre „Biowelt“ ist ein echter Verkaufsschlager geworden. Er sagte: „Ich habe in den letzten Jahren viel gelernt. „Wie liefere ich das Produkt aus? Wie erkläre ich dem Kunden unser Konzept? Welche neuen Kampagnen kann ich starten?“ Das Wichtigste bei all dem aber ist: „Ich halte mich zurück.“ Und weil sie eine „Öko-Frau“ ist, nutzt sie auch Ökostrom.

Die gestohlenen Aromen sind an Weihnachtstagen natürliches Fleisch

„Ich versuche, in unseren Filialen so viel Energie wie möglich zu sparen“, sagt Viola Kaufmann. „Im Lager und im Personalraum sollte nicht immer das Licht brennen. Aber ich habe einen Kühlraum und eine Kühltheke, da kann ich nicht sparen.“ Nein, er setzt einen anderen Hebel ein: „Bis jetzt habe ich alles geschafft, und ich bin immer noch optimistisch. Jetzt muss ich mir etwas einfallen lassen, um Kunden für uns zu gewinnen. Wie man ihnen etwas Besonderes gibt.“

Diese Probleme entfachten die Leidenschaft von Viola Kaufmann neu. Er sagte: „Die Weihnachtszeit ist eine sehr wichtige Arbeit für uns. “Backzutaten, Lebkuchen, Adventskalender, gestohlene Bio-Produkte.” Und genau da will er in diesem Jahr ansetzen: Am Freitag, 25. November und Samstag, 26. November, sind alle Kunden in seinen Filialen in Radeberg und Weißig eingeladen, die Diebesware zu probieren. „Außerdem gibt es an den beiden Tagen 7 Prozent Rabatt auf alles“, erklärt der Manager.

Und wer jetzt schon an die Weihnachtsfeier denkt, wird auch bei Viola Kaufmann fündig. Sie nehmen noch bis zum 14. Dezember Bestellungen für alle Fleisch- und Fischsorten entgegen – von Gans und Ente bis Lachs und Goldbrasse, die im Shop oder unter www.biomarkt-bestellung.de bestellt werden können.

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