Regierungsgebäude gestürmt: Tote bei Protesten in Syrien

Stand: 05.12.2022 05:33

Seit die Regierung die Kontrolle über weite Teile Syriens wiedererlangt hat, sind Demonstrationen in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land selten geworden. Im Süden kam es jedoch zu Protesten, bei denen mindestens zwei Menschen getötet wurden.

Bei Zusammenstößen bei Protesten in Syrien sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Hunderte Menschen gingen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der überwiegend von Drusen bewohnten Stadt Suweida im Süden gegen schlechte Lebensbedingungen auf die Straße.

Wütende Demonstranten warfen Steine ​​auf das Regierungsgebäude, berichteten Augenzeugen und die Sternwarte. Einige zündeten ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte an. Sie schossen, um die Demonstranten zu zerstreuen. Einige Demonstranten stürmten das Regierungsgebäude und entfernten das Porträt von Präsident Baschar al-Assad von der Fassade.

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Sicherheitskräfte eröffnen das Feuer

„Mindestens ein Demonstrant und ein Polizist wurden getötet“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Der Demonstrant wurde von den Sicherheitskräften erschossen. Das Observatorium meldete außerdem sieben Verletzte. Das lokale Nachrichtenportal Suwayda24 meldete auch zwei Tote, vier Menschen wurden mit Schusswunden ins Krankenhaus eingeliefert.

Das Innenministerium teilte mit, dass eine „Gruppe von Gesetzlosen“ versucht habe, in die Polizeidienststelle einzudringen und dabei einen Polizisten getötet habe. Einige Demonstranten waren bewaffnet. Das syrische Staatsfernsehen berichtete, „Gesetzesbrecher“ seien in das Gebäude der Provinzregierung eingebrochen und hätten amtliche Dokumente und Akten in Brand gesteckt.

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Tiefe Wirtschaftskrise in Syrien

Die meisten Menschen, die in der Region Suweida südlich der Hauptstadt Damaskus leben, sind Drusen, ein Ableger des schiitischen Islam und eine religiöse Minderheit in dem arabischen Land. Vor dem Bürgerkrieg machten sie etwa drei Prozent der syrischen Bevölkerung aus. Die Provinzhauptstadt Suweida steht unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Die meisten Einwohner sind Assad-Anhänger.

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In den letzten zwei Jahren kam es jedoch aufgrund der schlechten Wirtschaftslage zu mehreren Protesten in Suweida. Syriens Wirtschaft stagniert aufgrund des jahrelangen Bürgerkriegs und westlicher Sanktionen weitgehend. Laut UN leben 90 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, 12,4 Millionen Menschen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen.

Auch in Suweida und anderen Städten herrscht Strom- und Treibstoffknappheit. In den vergangenen Tagen kündigte die Regierung weitere Sparmaßnahmen an, darunter die Rationalisierung des Stroms.

Menschen sterben nach Protesten in Südsyrien

Anna Osius, ARD Kairo, 4. Dezember 2022. 21:48

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