Ukraine-Krieg im Live-Ticker: Russland will Cherson-Rückeroberung der Ukraine mit allen Mitteln bremsen

Aktualisiert am 10.11.2022. um 10:29

  • 10.29 Uhr: ➤ Russland will die Rückeroberung der Ukraine von Cherson mit allen Mitteln verlangsamen
  • 5.50 Uhr: US-General: Mehr als 100.000 russische Soldaten in der Ukraine getötet und verwundet
  • 12:25 Kiew reagiert zurückhaltend auf die russische Ankündigung des Rückzugs aus Cherson

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➤ Russland will die Rückeroberung der Ukraine durch Cherson mit allen Mitteln bremsen

Um der Ukraine die Rückeroberung der von Moskau aufgegebenen Stadt Cherson zu erschweren, sollen laut britischen Geheimdiensten russische Truppen Brücken zerstört und möglicherweise Minen gelegt haben. Der angekündigte Rückzug werde voraussichtlich mehrere Tage dauern und von Artilleriefeuer zum Schutz der sich zurückziehenden Truppen begleitet werden, teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag in einem kurzen Tagesbericht auf Twitter mit. Besonders beim Überqueren des Dnjepr sind russische Einheiten aufgrund ihrer begrenzten Fähigkeiten anfällig.

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Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte am Mittwoch an, sich aus der südukrainischen Stadt Cherson und anderen dort besetzten Gebieten zurückzuziehen. Der Verlust der Region dürfte Russland von seinem strategischen Ziel abhalten, eine russische Landbrücke zur Hafenstadt Odessa zu bauen, behaupten die Briten. Ukrainische Angriffe auf russische Versorgungsrouten würden ihre Position in Cherson unhaltbar machen.

Das britische Verteidigungsministerium hat unter Berufung auf Geheimdienste täglich Informationen über den Kriegsverlauf seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar veröffentlicht. Damit will die britische Regierung sowohl der Darstellung Russlands entgegenwirken als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor. (dpa)

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Die Situation in Kürze:

Seit dem 24. Februar führt Russland einen Angriffskrieg aus der Luft und vom Boden aus gegen die Ukraine. Hatte vor einer Weile Präsident Wladimir Putin stellte das Existenzrecht der Ukraine als unabhängiger Staat in Frage und erkannte die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk in der Ostukraine an.

Seitdem bekämpft die ukrainische Armee die Eindringlinge so gut sie kann. Tausende Tote werden auf beiden Seiten gemeldet, aber die genaue Zahl der Soldaten und Zivilisten wurde nicht unabhängig bestätigt. Tatsache ist, dass sich die humanitäre Situation in der Ukraine jeden Tag verschlechtert.

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Das Flüchtlingshilfswerk von UNHCR hat bisher mehr als 14,8 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 1. November). Flüchtlinge sind meist Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR wurden in diesem Zeitraum (ab 1. November) fast 7,3 Millionen Grenzübertritte in die Ukraine registriert.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Sie liefern auch Waffen an die Ukraine und auch Deutschland hilft dem Land mit Waffenlieferungen. Die Ukraine sollte auch Panzer der Gepard-Klasse aus Deutschland erhalten. (dpa)


Karte der militärischen Situation in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

© AFP

Andere Berichte vom 10. November

Die Zahl der ukrainischen Kinder an deutschen Schulen ist leicht zurückgegangen

Die Zahl der eingeschriebenen ukrainischen Schüler an deutschen Schulen ist zuletzt leicht auf knapp 197.000 gesunken. Für die 43. Kalenderwoche haben die Bundesländer 196.856 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in den Schulen angemeldet.

Die Zahl der eingeschriebenen ukrainischen Schüler an deutschen Schulen ist zuletzt leicht auf knapp 197.000 gesunken. Für die am Sonntag zu Ende gegangene 44. Kalenderwoche vom 31. Oktober bis 6. November haben die Bundesländer insgesamt 196.856 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in den Schulen angemeldet, teilte die Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag mit.

Im Vergleich zur Vorwoche ist die Zahl um 412 niedriger. Allerdings gab es in mehreren Bundesländern Feiertage, weshalb teilweise keine neuen Zahlen erfasst wurden. Die Schülerzahlen nach KMK-Daten beziehen sich auf allgemeinbildende und berufsbildende Schulen. (AFP)

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Amerikanischer General: Mehr als 100.000 russische Soldaten in der Ukraine getötet und verwundet

Nach Schätzungen des US-Militärs erleiden beide Seiten im Krieg zwischen Russland und der Ukraine schwere Verluste. „Sie haben es mit mehr als 100.000 getöteten und verletzten russischen Soldaten zu tun“, sagte US-Armeegeneral Mark Milley am Mittwoch (Ortszeit). Gleiches gilt für „wahrscheinlich für die ukrainische Seite“.

Die Zahlen sind die genauesten, die die USA bisher veröffentlicht haben. Sie konnten jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Milley förderte auch Verhandlungen zur Beendigung des Krieges. Es sei möglich, dass weder die Ukraine noch Russland militärisch gewinnen könnten, sagte der amerikanische General. Daher ist es notwendig, nach “anderen Mitteln” zu suchen.

Moskau hat am Mittwoch den Abzug russischer Truppen aus der strategisch wichtigen südukrainischen Stadt Cherson und Teilen der Region Cherson angeordnet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte jedoch zurückhaltend und hielt es für unwahrscheinlich, dass die russische Armee die Stadt kampflos verlassen würde. (AFP)

Kiew reagiert zurückhaltend auf die russische Ankündigung des Rückzugs aus Cherson

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zurückhaltend auf die russische Ankündigung des Truppenabzugs aus der Stadt Cherson reagiert. “Der Feind macht uns keine Geschenke, macht keine ‘Gesten des guten Willens'”, sagte Selenskyj am Mittwochabend in seiner täglichen Videobotschaft. Deshalb mache die ukrainische Armee “sehr vorsichtig, ohne Emotionen, ohne unnötige Risiken” weiter. Ziel sei es, “unser ganzes Land zu befreien und die Zahl der Opfer so gering wie möglich zu halten”.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte zuvor den Rückzug aus der strategisch wichtigen südukrainischen Stadt Cherson und Teilen der Region Cherson angeordnet. Russische Truppen sollten sich daher an das Ostufer des Dnjepr zurückziehen.

Die teilweise von Russland besetzte Region Cherson ist seit Wochen Ziel einer großangelegten ukrainischen Gegenoffensive. Auf dem Weg in die gleichnamige Regionalhauptstadt haben ukrainische Truppen bereits mehrere Dörfer zurückerobert.

Die in den ersten Tagen der Militäroffensive in der Ukraine eroberte Stadt Cherson ist bislang die einzige Regionalhauptstadt unter russischer Kontrolle und damit die wichtigste Eroberung Moskaus. Vor etwas mehr als einem Monat kündigte der russische Präsident Wladimir Putin die Annexion der Region Cherson und drei weiterer Regionen an. (AFP)

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Mit Materialien von dpa, Reuters und AFP

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